Mit freundlicher Genehmigung von Erich Däubler

 

 

Speed-History in Bildern (Teil 2 von 4)

 

1980/81 - Speed-Cup Alsfeld/Hessen

Die 60er-Motoren hatten nun überwiegend Einzug gehalten und gleich 5 Teilnehmer erreichten 1980 Durchschnitts-Geschwindigkeiten über 300 km/h.

Manfred Pick

in diesen Zeiten "Übervater" der Pylon- und Speed-Flieger. Für beide Kategorien zudem auch Sparten-Refernt beim DMFV und treibende Kraft für die deutschen Teilnehmer - national und auch international.

Dieses Speedmodell als Eigenkonstruktion war zusammen mit Lothar Steinbiß anfangs so etwas wie ein "Standard-Speedmodell", das in Lauf der Zeit von mehreren Teilnehmern verwendet worden war. Bereits Anfang der Achziger gelang (allerdings leider außerhalb der offiziellen Wertungsflüge) in Alsfeld ein Super-Flug mit einer Durchschnitts-Geschwindigkeit von 365 km/h !!

Für jetzige "Konstrukteure" als Anregung hier noch die Maße des Modells (Bauausführung 1981): Rumpfspitze (ohne Spinner) bis Tragfläche = 210 mm, Tragfläche 220 mm (Randbogen-Tiefe = 185 mm), Tragfläche bis Höhenleitwerk = 460 mm, Höhenleitwerk = 110 mm, Rest bis Seitenleitwerk-Ende = 70 mm, Gesamtlänge = 1070 mm; Flügelspannweite = 1400 mm, Höhenleitwerk-Spannweite = 400 mm (negative V-Form); Flügel-Profil = NACA63 asym 8 %; Prop = Epoxy 9x12,5; Motor = "Rossi 60 RV ABC".

"Die Haffki's"

Günter Haffki und Jörg Sperling mit ihren Eigenkonstruktionen. Auch heute noch ist Günter im Speed-Geschehen als aktiver Teilnehmer stets mit dabei.

Oben: Lothar Steinbiß mit seinen Speedern (3x rot) und rechts daneben Motoren-Spezialist Arno Wamper mit seinem Pylon-Racer.
Unten: Vater und Sohn "Küppers", ständige Teilnehmer bei den Speed-Cup's mit selbst konstruierten Modellen und auch mit einem Elektroflug-Weltrekord in die Analen der Geschichte eingegangen.

Unten: Während anfangs der (bzw. die) Winker dem zentral stehenden Zeitnehmer mit der Stopp-Uhr den Durchflug durch die Ein- bzw. Ausflug-Linie signalisierte, wird hier inzwischen lediglich angezeigt, daß es sich um einen der 3 vom Teilnehmer selbst zu bestimmenden Wertungs-Flüge (je Richtung) handelt.

Unten: Wenn gerade beim Speed-Fliegen einer was Besonderes hat, bildet sich sofort eine Gruppierung Interessierter - man könnte ja was Neues erfahren und zum Fachsimpeln gibt es immer etwas.

Die Basis für diese Modelle bildete ein Rumpf von Wolfgang Roth. Das Ergebnis von Hans Richard hatte wie ursprünglich vorgesehen ein Kreuz-Leitwerk und beim Verfasser entstand das Speed-Modell mit V-Leitwerk. Als Besonderheit wurden Höhen- und Querruder-Funktion lediglich über Tragflächen-Flaps gemixt angesteuert, das Leitwerk war ohne Ruderklappen eingebaut.

Nichts für "zarte Gemüter" - wenn ein Speed-Modell mit über 300 oder gar 400 km/h einschlägt, ist in der Regel nicht mehr von "Reparatur-Arbeiten" die Rede, sondern meist nur noch von "Neubeschaffung und Neubau" - für manche Speed-Flieger auch ihr eigenes "Unwort des Jahres" !!
Unten wird man nach längerem Hinsehen sogar noch den Motor, das "neugeformte" Resorohr und Teile der Empfangsanlage erkennen können.

Wolfgang Roth mit seinem Elekro-Speeder - 168 km/h konnten damit erreicht werden.
Man darf dabei nicht vergessen, daß es sich damals noch eher um die Anfangs-Zeiten der E-Fliegerei handelte.

Der aus dem E-Bereich bekannte Wettbewerbs-Flieger Norbert Daxenbichler schaffte mit seinem "Keller 50/14 SL" und 24 Zellen bereits Geschwindigkeiten von gut über 200 km/h.

Der "Inferno" von Michael Hagel, ursprünglich bereits Mitte der 60er Jahre für das Speed-Fliegen in Harsewinkel zusammen mit dem bekannten RC-I-Flieger Walter Schmitz geplant und konstruiert.
Hier in bei einem interessanten nicht-wettbewerbsmäßigen Flug-Test des Modells durch Hermann Haase, wobei das ungewöhnliche Fluggerät über eine Start-Rampe in die Luft befördert wurde und mit lediglich einem alten "ausgelutschten" 6,5er Webra-Speed bereits beachtliche Geschwindigkeiten in stabiler Fluglage erreichen konnte.

Ein Bericht über die Entstehung dieses Modells sowie die Bau-Anleitung (MT-Bauplan 539) kann in FMT 01/69 und 04/69 nachgelesen werden - sofern man diese Hefte noch hat oder evtl. noch irgendwo bekommen kann.

Speedflug-Vorführungen bei Flug-Tagen oder Veranstaltungen mit viel Publikum sollten gut vorbereitet sein. Frequenz-Kontrolle, Reichweiten-Test und eine vorherige, akribische technische Überprüfung des Flug-Modells müssen eine Selbstverständlichkeit sein - genauso wie dann auch ein exaktes, sicheres Fliegen ohne jegliche Gefährdung des Publikums.

Wenn nach einem kurzen Motor-Testlauf das Ergebnis so aussieht, gibt es meist 2 Möglichkeiten:

2. Der Motor haucht in Kürze sein Leben aus

oder wie hier:

1. Mit Rizinus-Sprit ein deutliches Zeichen, daß die Einlauf-Phase noch längst nicht abgeschlossen ist.

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